Schon am frühen Morgen machten wir uns auf die Weiterfahrt nach Stellenbosch. Im Vorfeld hatten wir von anderen Südafrika-Urlaubern einen Bericht gelesen, der von einem Besuch in Stellenbosch eher abrät. „Stellenbosch müsse man nicht unbedingt gesehen haben“ hieß es in dem Artikel. Wir waren daher sehr gespannt was uns dort erwarten würde.
Um kurz nach 12 Uhr durften wir unser Auto in der Hotelgarage des „The Stellenbosch Hotel“ abstellen und staunten bis dahin schon mal nicht schlecht. Das Städtchen kann sich echt sehen lassen. Unser Hotel war direkt an der Dorp Street, quasi mitten im Zentrum von Stellenbosch. Man merkte sofort, dass hier etwas los war. Die umliegenden Straßenkaffees und Weinbars waren bereits am frühen Nachmittag sehr gut besucht und auch auf den Straßen war etwas los. Die Zeit bis zum Check-In verbrachten wir mit einem ersten Bummel durch das Zentrum und konnten gleich für uns festellen, dass man Stellenbosch sehr wohl gesehen haben sollte.
Nach kurzem Beziehen des Zimmers machten wir uns auf ins direkt gegenüber des Hotels gelegen „Love Wine“, einer kleinen Weinbar, die auf einem großen Schild Wine-Tastings anbot. Wir staunten nicht schlecht, als wir dort für 35 Rand (umgerechnet ca. 2,30 EUR) 5 Weine verkosten durfte.

Etwas angeheitert gaben wir dort dann nach einer Stunde eine Bestellung auf. Eigentlich wollten wir nur zwei Flaschen Wein mitnehmen. Die junge Dame teilte uns jedoch erst nach dem Bezahlen mit, dass sie die Weine für den Verkauf nicht vorrätig hat und dieser geliefert wird. Wir vereinbarten, dass wir unseren Wein am nächsten Tag abholen würden und hofften schon, dass wir nach unserer für den nächsten Tag geplanten Weintour noch daran denken würden.
Nach einem kurzen Stop auf dem Zimmer zum Ausnüchtern gingen wir dann ins hoteleigene Restaurant „Stellenbosch Kitchen“ essen. Auch darüber hatten wir im Internet neben sehr vielen sehr guten Kritiken auch einige fast vernichtende Kritiken gelesen. Zum Glück mussten wir feststellen, dass die vernichtendenen Kritiken keinesfalls stimmen konnten. Das Essen war sehr lecker und auch der Service war mehr als zuvorkommend.
Am nächsten Morgen wurden wir um 9:30 Uhr an unserem Hotel von Marius zur, zugegebenermaßen etwas übertrieben gebuchten, ganztätigen Weintour durch 4 Weingüter abgeholt. An Board war außer uns bereits ein Paar aus Schottland. An einem weiteren Stop sammelten wir noch 2 Mädels aus Singapur ein und machten uns auf ins Weingut Rustenberg. Auf einem sehr stilvollen Anwesen mit riesiegem, wunderschön angelegten Garten verkosteten wir die ersten 6 Weine. Nachdem es auf der Hinfahrt nach Rustenberg noch etwas schüchtern im Auto zuging, war spätestens nun die Stimmung etwas lockerer im Auto. Nach weiteren 5 Weinen im Weingut Muratie sehnten wir uns nach dem Mittagessen, um wieder einen etwas klaren Kopf zu bekommen. Uns wurde zwar immer gesagt, dass man die Weine nicht alle trinken müsse, jedoch entstand eine Art unterbewusster Wettkampf zwischen schottischer und schwäbischer Mentalität im Bezug auf das Motto „Was bezahlt ist….“. Unser Guide Marius fuhr, während wir Weine verkosteten, immer mal wieder los um noch weitere Gäste einzusammeln, so dass unsere Gruppegröße im Laufe des Tages auf insgesamt 12 Personen (ein kanadisches Paar, ein schottisches Paar, ein holländisches Paar, ein schweizer Paar, die zwei Mädels auf Singarpur und uns) anstieg.

Nach insgesamt 21 verkosteten Weinen und dem Besuch der weiteren Weingüter Oldenburg und Solms wurden wir gut gelaunt um 17:30 wieder vor unserem Hotel abgesetzt. Der Tag war echt toll, die Weingüter sind wirklich meist traumhaft angelegte Farmen in Mitten der Weinberge von Stellenbosch. Unser Fazit lautet daher, dass man Stellenbosch auf jeden Fall gesehen (und auch verkostet :)) haben muss.

Glücklicherweise fiel uns vor dem Hotel noch ein, dass wir noch unserer Weinbestellung abholen mussten uns so erledigten wir das auch gleich noch.
Unser Guide hatte uns tagsüber das Restaurant „The Hussar Grill“ empfohlen, daher hatten wir leider erfolglos versucht dort einen Tisch zu reservieren. Wir bekamen auf unsere Anfrage leider keine Antwort, so dass wir uns entschlossen einfach gegen 20 Uhr dahin zu laufen. Als wir ein paar Minuten später vor einem geschlossenen Restraurant, das gerade renoviert wird, standen wussten wir, warum niemand auf unsere Reservierungsanfrage reagiert hatte. Wir fanden jedoch auch ohne Reservierung noch einen Tisch in einem ebenfalls sehr nahe gelegenen und sehr gut besuchten libanesischen Restaurant.
Nachdem wir nun frühstücken waren werden wir uns in wenigen Minuten aufmachen nach Kapstadt. Wir werden jedoch nicht direkt nach Kapstadt fahren, sondern einen kleinen Umweg über den Kap der guten Hoffnung, vorbei an Muizenberg, Simon’s Town und Camps Bay machen.